"… in das grenzenlose zu mir zurück" (else lasker-schüler)

Archiv für Januar, 2012

von suna oder die direkte begegnung im netz

es ist mir eine ehre, ein buch einer kollegin ankündigen zu dürfen, zu dem ich auch eine persönliche bindung habe:

am 29.02.2012 erscheint bei ullstein suna von pia ziefle, den twitterern unter euch auch als @frauziefle bekannt. in ihrem debütroman geht es um die junge mutter luisa, auch suna genannt, und ihr schlafloses kind. um die beiden entfaltet sich ein schillerndes mosaik: aus wunden und wundern, aus loslassen und in sich selbst heimat einen ort zu geben. indem suna ihrem kind halt gibt, findet sie zu ihren eigenen wurzeln.

die protagonistin in pias buch geht, wie else lasker-schüler als titelgeberin dieses blogs „meinwärts“, heim zu sich selbst, „in das grenzenlose zu mir zurück“. suna ist eine geschichte, die nicht allein ländergrenzen überschreitet. sie wagt, einen teil in ihren lesern anzurühren, den wir gerne von uns abgrenzen, weil er schmerzt: unsere verletzungen aus frühen tagen. ich bin sicher, suna wird zu herzen gehen. diese geschichte ist keine eines klageschreis, sondern die eines liebevollen blickes einer jungen frau auf sich selbst.

was habe nun ich damit zu tun? mehr, als ich je angenommen hätte. nicht allein, dass ich keinen zweifel daran hege, mich auf grund meiner eigenen lebensgeschichte in der figur der suna wiederfinden zu können. viel mehr darf ich pia mit einem meiner gedichte begleiten, das im anschluss an die geschichte im buch zu finden ist.

erst vor wenigen tagen habe ich erfahren, dass ich vor zwei jahren einen stein mit ins rollen gebracht habe. die entstehung von pias buch habe ich aus der ferne wahrgenommen. pia selbst bin ich noch gar nicht persönlich begegnet, ich kenne sie nur von twitter. was aus unserem gespräch entstanden ist, zeigt mir wieder: das leben im netz muss nicht weniger herzlich und direkt sein als wenn wir unserem gegenüber leibhaftig in die augen sehen können. wenn zwei oder mehr menschen sich offenen herzens und aufmerksam aufeinander einlassen, einander lauschen, ist es egal, ob die begegnung über blicke und haut oder über tasten und bits ihren weg findet.

wenn ich nun auf das ergebnis von pias arbeit in den letzten beiden jahren schaue, bin ich erfüllt von tiefer freude. ich empfinde es als meine berufung, mich selbst und andere menschen daran zu erinnern, wie kostbar und schön wir selbst, diese welt, unsere mitmenschen sind. wie wichtig es für einen inneren frieden, für das in sich selbst beheimatet sein ist, sich mit wilder zärtlichkeit auf den weg zu sich selbst und zu anderen zu machen.

nicht immer erfahre ich, ob und wen und wie ich berühren darf. einen lichtfunken zu pia ziefles roman suna beigetragen zu haben ist für mich ein geschenk. möge mein begleitgedicht pia und das buch segnen, auf dass sunas geschichte viele menschen erreicht und bewegt.

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