"… in das grenzenlose zu mir zurück" (else lasker-schüler)

the discipline of do easy

the discipline of do easy

vulkansuppe

wirft mich das leben aus dem takt, helfen mir harte beats, wummernde basslines und ein minimaler klangteppich. das scheint manchmal das einzige zu sein, auf das ich mich noch fokussieren kann. und wenn ich meinen geist fokussieren kann, stoppe ich meinen widerstand gegen das, was ist. die gedankenmaschine verwandelt sich in vulkansuppe, ich lasse alles einfach vor sich hinblubbern und mag nicht dabei gestört werden. ich habe zu tun, rhythmuswechsel zu beobachten und an welcher stelle die bässe meinen körper vibrieren lassen und wo in mir die klänge sirren.

die reduktion auf wesentliches öffnet räume und fordert mich ganz anders heraus. begebe ich mich in diese minimalistisch eingerichteten, elektronischen räume, merke ich immer wieder, dass es mich mut kostet, dazubleiben, nicht auszuweichen. ich erforsche dann nicht, wieso, das wäre schon wieder ablenkung. es ist aufgabe genug, zuzulassen, was ich spüre und das sieht auch wieder ganz anders aus, wenn ich dazu tanze oder sitze oder liege.

doiicie

manchmal  ergibt eins das andere und ein musikprojekt oder eins seiner stücke tut es mir besonders an. dann fokussiere ich nicht nur, sondern will genauer wissen, mit was ich es da zu tun habe. über den musiktipp einer freundin landete ich auf youtube und ließ mich dort von stück zu stück treiben. immer dahin, wo der klickfinger zuckt. dabei stieß ich auf das musikprojekt minilogue, das ich mehr und mehr schätze. in ihrem stück „doiicie b“ von 2008 erzählt eine stimme etwas über die disziplin des einfachen tuns. klang für mich ein bisschen nach einem ausschnitt aus einem film mit alan watts, in dem er der westlichen welt zen nahezubringen versucht.

ich recherchierte und bin wieder mal verblüfft, wie eines zum anderen führt und an welcher stelle ich dann ins spiel komme. mein tipp war falsch, aber nicht ganz daneben. der stimmenlayer für „doiicie b“ stammt aus gus van sants kurzfilm „the discipline of de“ von 1982, den ich hinreißend finde, völlig absurd und nicht absurd zugleich. und der kurzfilm wiederum beruft sich auf die 1973 erschienene kurzgeschichte „the discipline of de“ von william s. burroughs. wo der wiederum seine inspiration dafür nahm, verrät einer der protagonisten, der colonel, im text selbst, da war es nicht mehr wichtig, die linie weiter zurück zu verfolgen.

release the tiller

interessant war für mich, dass die botschaft nun mich gefunden hatte. zuerst begegnete mir in einem buch der satz „release the tiller.“, in william s. burroughs geschichte heißt es etwas detaillierter: „de is a way of doing everything you do. de simply means doing whatever you do in the easiest most relaxed way you can manage which ist also the quickest and most efficient way, as you will find as you advance in de.“

ich habe nicht einfach bloß über einen menschen ein buch gefunden und ein musikstück, das mich zu einem netten film und einer interessanten kurzgeschichte geführt hat. was ich daraus mitnehme, sind andere dinge. wenn ich  wage, die ruderpinne loszulassen, wenn ich wage, mir einzugestehen, dass ich keine kontrolle haben kann, dann teilt mir das universum mit, wie ich üben kann, meinen widerstand immer weiter loszulassen und auf leichte und natürliche weise mit dem zu fließen, was ist. dann sagt es mir, dass ich alle werkzeuge schon in der hand halte.

wenn ich das universum in voller verzweiflung anbrülle, dass es gefälligst endlich klartext mit mir reden soll, dann tut es das auch. dann bringt es dafür einen menschen näher in mein leben, die mitfließen kann und deren impulse in mir alles explodieren lassen, was ich bis dahin zwar nicht mehr für gesichert, aber noch für hinzunehmen hielt. den spruch „be careful what you wish for, because you might get it“, fand ich immer ‚irgendwie gut‘. jetzt nehme ich ihn lieber ernst.

it’s a wider shade of pattern

plötzlich ahne ich nicht nur, sondern sehe ich mehr von der patchworkdecke, nicht mehr nur den flicken direkt um mich herum. als kleines kind schon habe ich das universum wiederholt und inbrünstig um noch etwas anderes gebeten und ich habe den leisen verdacht, es hat gerade damit begonnen, mir die erfüllung meines flehens um die ohren zu hauen. vielleicht wird das auch nur der größte selbstbeschiss, den ich mir vorstellen kann und göttin maya macht sich gerade schon popcorn für die nächste runde.

vielleicht ist es aber auch das, was ich sehe, das es scheint, zu sein. ich ahne nur, dass es kein zurück gibt, denn unwiderlegbar ist, all meine versuche, da drum herumzukommen, bringen mich seit 30 jahren an den immer selben punkt in wechselnder verkleidung. die frage ist, wie lange ich noch auf der bremse stehen will, während ich trotzdem unaufhaltsam wie jeder mensch stück für stück auf das zuschliddere, was mich erwartet.

further

was ich hier recht nüchtern aufschreiben kann, spielt sich kein bisschen so nüchtern in mir ab, aber das ist hier nicht wichtig. ich bin gespannt, wie sich das weiter zeigen wird. werde ich mehr von der flickendecke zu sehen bekommen? vielleicht geht es in diesem leben für mich ja alleine darum, auszuprobieren, wie es ist, derart auf der bremse zu stehen. nicht schön, aber wäre dann eben so. vielleicht geht es darum, zu erfahren, wie es ist, daraus auszubrechen, das ruder loslassen zu üben und mich ohne widerstand vom natürlichen fluss des seins leiten zu lassen. und irgendetwas in mir sagt, womöglich geht es noch: weiter.

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